Hilfreiches

Pseudonym oder nicht?

Es war nicht der erste Schritt auf meinem Weg zum Roman, aber es war ein wichtiger für mich.

Lange Zeit habe ich mir gesagt: ich werde in jedem Fall unter meinem richtigen Namen veröffentlichen!
Mit dem Beginn meines Projekts kam dann die Unsicherheit und ich stellte diese Überzeugung in Frage. Denn…

  • was macht man, wenn der eigene Name ein „Allerweltsname“ ist?
  • was macht man, wenn der eigene Name einfach langweilig klingt?
  • wie ist das mit einem öffentlichen Beruf vereinbar, wenn Buch und Person in Verbindung gebracht werden und es dann vielleicht Beschwerden beim Arbeitgeber gibt?
  • was macht man, wenn man von Natur aus unsicher ist und das Projekt vielleicht total in die Hose geht?

Also, die Gründe für Pseudonyme sind zwar im Verlagswesen v. a. vom Genre abhängig und werden gerne zur Abgrenzung der Genres genutzt, in denen ein Autor schreibt. Und natürlich werden sie auch zur Illusion von Exklusivität eines Autors genutzt.

Aber das sind nicht die einzigen Gründe, die für ein Pseudonym sprechen. Ein Pseudonym erzeugt das Gefühl von Sicherheit, denn man wird nicht direkt mit dem Buch in Kontakt gebracht. Das heißt bei einem hemmungslosen Scheitern kann man sich auch selbst zurücknehmen.

Das Pseudonym ist auch ein Schutz, wenn man in einem öffentlichen Beruf arbeitet, z. B. mit Kindern. Wird bekannt, dass z. B. eine der Erzieherinnen in der Kindertagesstätte einen Erotikroman oder einen Psychothriller geschrieben hat, kann das zu Schwierigkeiten führen – und sich auch schnell herumsprechen.

Dann kann es passieren, dass man einfach einen langweiligen, nichtssagenden Namen hat. Max Mustermann, der Romane veröffentlicht, bleibt einem einfach nicht wirklich im Gedächtnis.

Und manche Namen gibt es einfach sehr häufig. Zum Beispiel Anna Müller oder Max Schmidt. Und da dann einen Wiedererkennungswert zu haben, ist schwierig.

Doch wie findet man nun ein geeignetes Pseudonym?

Für Vornamen kann man seinen zweiten Namen oder seinen Wunschvornamen als Kind wählen. Man kann Namensbücher zur Rate ziehen oder einen Namen wählen, der einem als erstes in den Sinn kommt oder über den man an dem jeweiligen Tag zuerst stolpert.

Mir hat hierbei der Pseudonym-Generator von Frederik Kreijmborg sehr geholfen. Ich habe ihn lange durchgeklickt und alle Namen notiert, die mir gut gefallen haben. Dann habe ich überlegt: welcher Name passt zu mir? Und welcher Name passt in mein Genre?

Meine Wahl fiel also auf Milla.

Als Nachnamen kann man den Mädchennamen oder den Mädchennamen der Mutter oder der Oma wählen. Man kann den Geburtsort wählen, den Namen der Straße, in der man wohnt, einen Generator zur Hilfe nehmen oder in meinem Fall: ein Verzeichnis mit Nachnamen durchgehen. Mir war es dabei wichtig, dass Vorname und Nachname zusammen gut klingen, als auch, dass die beiden Wörter geschrieben gut aussehen.

So habe ich mich dann für Daniel entschieden.

Milla Daniel.

Nun gibt es offene Pseudonyme, das heißt, es ist bekannt und einsehbar, wer sich hinter dem Pseudonym versteckt, aber auch geschlossene Pseudonyme. Ein geschlossenes Pseudonym behält den wahren Autor für sich.

Ich habe mich dazu entschieden zunächst mit einem geschlossenen Pseudonym zu arbeiten.
Was später einmal passieren wird, bleibt offen.

Mich für ein Pseudonym zu entscheiden war für mich in meinem Schreibprozess ein großer Schritt, wurde das Projekt so doch gleich greifbarer und ich konnte mich endlich daran setzen, die Website aufzusetzen.


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