Motivation

Mit der Schreibgruppe schreiben

Zur Zeit arbeite ich im Rahmen meines Romanprojekts in einer Schreibgruppe. Lange Zeit habe ich mir gesagt, dass das nichts für mich wäre – und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen:

Komme ich wirklich mit den Leuten klar? Was ist, wenn sie mich nicht mögen?
Will ich fremden Leuten meine Ideen offenbaren? Was, wenn alle meine Ideen doof oder langweilig finden? Was, wenn meine Ideen für andere Projekte übernommen oder geklaut werden?
Kann ich in so einer Schreibgruppe überhaupt mithalten? Hilft es mir überhaupt bei meinem Projekt weiter? Oder setzt es mich nur unnötig unter Druck?

Eigentlich dachte ich, dass Schreibgruppen nichts für mich seien.

Eigentlich.

Aber eine Freundin von mir hat zeitgleich mit ihrem Romanprojekt begonnen und nachdem wir beide festgestellt hatten „so wirklich voran geht es nicht….“, haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam zu schreiben. Inzwischen sind wir sogar schon zu dritt bei unseren Herumschreibern. 🙂

Was sind in meinen Augen die Vorteile einer Schreibgruppe?

Der gegenseitige Austausch ist wahnsinnig hilfreich – nicht nur bei der Textarbeit, sondern auch bei der Arbeit mit der eigenen Motivation und möglichen Unsicherheiten. Es ist schön zu hören, dass man mit seinen Problemen und Ängsten nicht alleine dasteht.
Die Rückmeldung führt auch dazu, dass man regelmäßig schreibt.
Wir haben das so organisiert: eine Chatgruppe (für alles, was spontan ansteht), daneben ein wöchentliches Video-Telefonat über unsere Fortschritte und zuletzt alle 2-4 Wochen ein gemeinsames Treffen (zumindest war das vor Corona so… aktuell leider nicht mehr).

Ich persönliche empfinde die Schreibgruppe als eine echte Bereicherung. Viele Themen und Inhalte, die ich mit den anderen besprochen habe, haben durch die verschiedenen Blickwinkel und Ideen viel mehr Tiefe erhalten, als ich es alleine auf die Reihe gebracht hätte. Lücken werden leichter gefunden und im Gespräch viel leichter geschlossen, als wenn das alles nur in meinem Kopf und auf dem Papier passiert.

Natürlich ist eine Schreibgruppe nicht für jede etwas – aber eindeutig kann man das erst sagen, wenn man es versucht hat. Ich war auch der festen Überzeugung, dass das nichts für mich ist.

Wo findet man nun Leute für die Schreibgruppe? Im Freundes- und Bekanntenkreis ist natürlich die einfachste Variante. Aber auch über Kurse, Fortbildungen, Webinare, Foren oder Soziale Medien kann man Leute zum gemeinsamen Schreiben finden. Und wenn man feststellt, dass die Chemie nicht passt oder die Schreibgruppe doch nichts für einen ist, dann muss man es ja nicht bis zum Schluss durchziehen. 🙂

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